BMEcat ist ein Standard für den Austausch von Katalogen, der 1999 geschaffen und vom Bundesverband der Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) entwickelt wurde. Der Standard basiert auf XML und ist völlig offen und gebührenfrei. Die neueste Version ist BMEcat 2005. Alle Partner in der Lieferkette (Hersteller, Großhändler, Einzelhändler) tauschen immer mehr Daten aus, und das unterschiedliche Format der Daten erschwert den Prozess. Der Einsatz von BMEcat senkt die Kosten für alle beteiligten Unternehmen durch die Standardisierung der Kommunikation zwischen den IT-Systemen erheblich.
BMEcat
Gestaltung
Der BMEcat-Standard besteht aus zwei Teilen: einem Kopfteil (HEADER) und einem Transaktionsteil (T_NEW_CATALOG, T_UPDATE_PRODUCTS oder T_UPDATE_PRICES).
Der Header enthält allgemeine Informationen über die gesamte Datei, z. B. Absender- und Empfängerangaben. Der Transaktionsbereich enthält u. a. Angaben zu allen Verzeichnissen:
- Merkmale aus Klassifikationen wie z.B. ETIM oder ECLASS
- Benutzerdefinierte Funktionen, z. B. zusätzliche Beschreibungen, Schlüsselwörter
- Bilder und zusätzliche Dokumente, z. B. Anleitungen, Zertifikate, technische Zeichnungen, Videos, Miniaturansichten
- Hinweise auf andere Produkte, z. B. Zubehör, alternative Produkte, Ersatzteile
- Preise, Bestellungen und Zusatzkosten, z. B. Preisstaffelung, Mindestmenge oder Bestellmengenbereich
- Logistische Daten wie z.B. Verpackungsvarianten
- Baumstruktur der Daten, wenn es eine eigene Produktklassifizierung gibt
- BMEcat sieht zwei Arten von Feldern vor: Pflichtfelder und optionale Felder.
Zusammenarbeit mit der ETIM-Klassifikation
Etwa alle drei Jahre wird eine neue Version der Lieferantenrichtlinien auf der Website veröffentlicht. Die aktuellste Version ist ETIM BMEcat V5-0 aus dem Jahr 2021. Zusätzlich zu den drei BMEcat-Transaktionen verwendet ETIM eine eigene vierte Transaktion, T_NEW_PRODUCTDATA. Mit dieser neuen Transaktion können die wichtigsten Daten für neue Produkte einfach geliefert werden (nur die wichtigsten Daten zum Import des Produkts in die Datenbank ohne Preis- und Logistikdaten). Zusätzliche Daten werden in einem weiteren Schritt geliefert. Durch das Weglassen von Elementen, die in der BMEcat-Spezifikation 2005 als obligatorisch definiert sind, führt die Transaktion T_NEW_PRODUCTDATA zu einer Datendatei, die nicht 100%ig konform mit der BMEcat-Spezifikation ist. Dies ist eine bewusste Entscheidung von ETIM International, um den Transfer von Produktdaten in einem frühen Stadium zu erleichtern.
Je nach Land zusätzlich Lieferantenrichtlinien:
- einige optionale Merkmale in obligatorische Merkmale umwandeln,
- beschreibende Textfelder setzen (der ETIM-Standardtext ist ein Ankreuzfeld),
- neue Funktionen einführen, z. B. ist in der polnischen Version der PKWiU-Code erforderlich.
Zusammenarbeit mit der ECLASS-Klassifikation
Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der ECLASS Association e.V. hat eine Erweiterung für BMEcat geschaffen, um die Möglichkeiten der ECLASS-Klassifikation voll ausschöpfen zu können. Diese Version heißt BMEcat 2005.1-advanced und ist abwärtskompatibel zu BMEcat 2005 und erweitert es um:
- Mehrsprachigkeit (Hinzufügen von Sprachen gemäß ISO 639-2:1998 und Regionen gemäß IETSs RFC 5646)
- Baumstruktur (Hinzufügen von Element-ID und Eltern-ID)
- Gruppierung von Elementen zu Aspekten mit ECLASS ADVANCED (Container haben eine zusätzliche ID, einen Namen und eine Beschreibung).
BMEcat-Implementierung oder IT-Tools
Bei der Planung der Einführung der oben genannten Produktklassifikationen sollte man sich vergewissern, dass die derzeitigen oder potenziell neuen Systeme in der Lage sind, diese zu empfangen/zu senden. So bietet das SAP Ariba-System Anpassungsfähigkeit an ETIM und ECLASS; was BMEcat betrifft, so unterstützt es zwar die Version 1.2, aber nicht mehr die neueste Version von BMEcat 2005, so dass es nicht in der Lage ist, die ECLASS-Version ADVANCED (nur BASIC) oder neuere Versionen von ETIM (seit vielen Jahren auf der Version 2005 basierend) zu unterstützen.
Ein flexibleres Tool, z.B. PimCore, erlaubt nicht nur die Implementierung einer Produktklassifizierung, sondern auch die Anpassung der Nachricht, um das volle Potential von ETIM / ECLASS nutzen zu können. Aus diesem Grund fragen immer mehr informierte Kunden neben der Produktklassifizierung auch nach dem BMEcat.
Häufig gestellte Fragen zum BMEcat-Standard
BMEcat ist der standardisierte XML-basierte Austauschformat für elektronische Produktkataloge im B2B-Bereich. Große Einkäufer und Konzerne fordern dieses Format, weil es ihnen ermöglicht, Ihre Produktdaten (Preise, Beschreibungen, Bilder) vollautomatisch in ihre eigenen Beschaffungssysteme (E-Procurement) zu importieren. Für den Kunden bedeutet das weniger manuellen Aufwand und Fehlervermeidung; für Sie als Lieferant ist es oft die Voraussetzung für eine Listung als "Preferred Supplier".
Man kann es sich wie einen Briefversand vorstellen: BMEcat ist der Umschlag (das Transportformat), der definiert, wie die Daten technisch strukturiert sind. ETIM (Elektro Technisches Informations Modell) ist der Inhalt des Briefes – eine standardisierte Methode, um technische Produkteigenschaften (wie "Länge", "Spannung", "Material") eindeutig zu beschreiben. In der Praxis enthält eine gute BMEcat-Datei fast immer ETIM-klassifizierte Daten. Ein PIM-System hilft Ihnen, beides korrekt zu verknüpfen.
Theoretisch ja, aber in der Praxis raten wir davon ab. BMEcat basiert auf einer komplexen XML-Struktur. Ein einfacher Excel-Export kann die hierarchischen Beziehungen, Multimedia-Referenzen und spezifischen Datentypen oft nicht korrekt abbilden. Das Risiko von Validierungsfehlern ("Ablehnung durch den Kunden") ist extrem hoch. Professionelle Anbieter nutzen PIM-Systeme, die BMEcat-Dateien auf Knopfdruck validiert und fehlerfrei generieren.
Das hängt strikt von den Anforderungen Ihres Kunden ab. Die Version BMEcat 1.2 ist trotz ihres Alters immer noch der weitverbreitete Industriestandard. Die neuere Version BMEcat 2005 bietet erweiterte Möglichkeiten (z.B. für komplexe Logistikdaten oder dynamische Preismodelle). Moderne PIM-Systeme wie Pimcore sind in der Lage, Ihre Daten flexibel in beide Versionen zu exportieren, je nachdem, was der Empfänger benötigt.
Ein PIM-System fungiert als zentrale Datenbasis. Sie pflegen Ihre Produkte einmalig an einem Ort. Wenn Sie einen BMEcat benötigen, nutzt das System eine vordefinierte Vorlage ("Export-Profil"), um Ihre Daten automatisch in die richtige XML-Struktur zu mappen. Dabei prüft das System vor dem Export, ob alle Pflichtfelder (gemäß BMEcat-Spezifikation) ausgefüllt sind. Das spart Wochen manueller Arbeit und garantiert technische Konformität.
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